Mensch, geht das nicht ein wenig schneller?

Hallo Franko,
„Ich will nicht wochenlang für die Prüfung lernen – das mache ich in der Nacht davor.“
„Ich will nicht in 20 Jahren Millionär sein, sondern in zwei Jahren.“
„Ich kann nicht Jahre mit einem Studium verschwenden. Ich will gleich Geld verdienen.“
Das sind nur einige Beispiele für kurzfristiges Denken, was ein häufiger Grund ist, warum Menschen ihre Ziele nicht erreichen. Es gibt Leute, die nicht akzeptieren wollen, dass große Dinge Zeit brauchen.
Genauso wie man von einem Auto, auch vom schnellsten Sportwagen, nicht erwarten kann, dass es sofort oder in einer Sekunde mit Höchstgeschwindigkeit fährt, ist es auch beim Erreichen von Zielen, die man sich im Leben gesetzt hat. Es dauert eine gewisse Weile bis das Auto beschleunigt.
Auch wir Menschen müssen auf unsere Art und Weise beschleunigen. Wir können nicht bei Null anfangen und in kurzer Zeit große Fortschritte erwarten. Ungeduld oder zu hoche Erwartungen am Anfang sind oft der Grund für das Aufgeben oder für das ständige Springen von einem Ziel zum anderen. In der Regel dauert es etwa zehn Jahre bis man in einer Sache richtig gut ist, sei es die Kunst, die Politik oder der Journalismus.
Manchmal denken wir: „Ja, ich weiß, dass es im Schnitt 20 Jahre dauert um Millionär zu werden, aber werde es in nur 5 schaffen.“
Das ist schlechtes Denken, welches schlechte Ergebnisse erwarten lässt. Sie können nicht kurzfristig denken, um ein langfristiges Ziel zu erreichen. Mit dieser Art zu Denken wird es nicht weniger dauern, sondern vermutlich erreicht man das Ziel gar nicht.
Für langfristigen Erfolg und die Erreichung eines größeren Ziels im Leben ist langfristiges Denken und Planen unbedingt notwendig. Nicht impulsives und sprunghaftes Handeln, Denken und Arbeiten ist wichtig, sondern konstantes, ausdauerndes und beharrliches Vorgehen. Sie können sich noch so sehr ärgern oder motivieren, aber die Dinge brauchen eine gewisse Zeit bis sie sich entwickeln.
Sie lernen nach und nach neue Menschen kennen, die Ihnen bei Ihrem Ziel helfen. Und Sie erwerben neue Fähigkeiten und sammeln wertvolle Erfahrungen. Das kann man nicht alles an einem Nachmittag erreichen, auch wenn man noch so ehrgeizig ist.
Dieses überstürzte, ungeduldige Handeln erinnert mich ein wenig an die Menschen, die ihren Topfpflanzen etwas vorsingen oder klassische Musik spielen, damit diese schneller wachsen. Oder es gibt auch werdende Eltern, die glauben, dass ihre noch ungeborenen Kindern Genies werden, wenn sie ihnen vor der Geburt regelmäßig Mozart vorspielen.Wenn es so einfach wäre, hätte alle Menschen Genies als Kindern.

Alles im Leben hat seine vorgeschriebene Dauer. So wie das menschliche Leben etwa siebzig oder achtzig Jahre dauert, gibt es auch andere Naturgesetze, die wir befolgen müssen, ob uns das passt oder nicht. Natürlich gibt es Ausnahmen. Nicht jeder lebt so lange, manche leben noch länger, aber das können wir in etwa erwarten.
“Wer das Ziel kennt, kann entscheiden. Wer entscheidet, findet Ruhe. Wer Ruhe findet, ist sicher. Wer sicher ist, kann überlegen. Wer überlegt, kann verbessern.”
Konfuzius
Falls wir nun ein Ziel haben, für das man im Durchschnitt 10 Jahre braucht, wäre es ein Fehler sich nur 5 oder sogar 2 dafür vorzunehmen, aus welchen Gründen auch immer („Ich bin besser, schlauer, ehrgeiziger als die anderen, usw.“) Es kann passieren, dass man es in nur fünf Jahren schafft, aber das ist eine Ausnahme von der Regel. Damit kann man nicht rechnen. Natürlich kann es auch 15 oder sogar 20 Jahre dauern, aber keiner von uns glaubt schlechter als der Durchschnitt zu sein. Jeder denkt, er sei – wenn auch nur ein wenig – über
dem Durchschnitt.
Man sollte so denken und vorgehen wie die Schildkröte, die einen Wettlauf mit einem Hasen eingegangen ist. Sie hat ihr Ziel nicht aus den Augen verloren, hat sich vollständig darauf konzentriert und das Beste aus ihren Fähigkeiten gemacht. Natürlich hätte sie auch unrealistisch sein können. Sie hätte sich einbilden können ein Hase zu sein anstatt eine Schildkröte, doch geholfen hätte es ihr sicherlich nicht.
Manche Menschen verwechseln Optimismus und positives Denken mit der falschen Einschätzung der Realität. Niemand sagt, dass man seine wirkliche, derzeitige Situation im Leben postiver einschätzen sollte als sie tatsächlich ist. Ganz im Gegenteil, hier muss man besonders streng mit sich sein. Und hinzu kommt, dass man aufgrund dieser Bestandsaufnahme (Was habe ich? Was kann ich? Wen kenne ich? usw.) einen realistischen Plan entwerfen muss um sein Ziel zu erreichen.
Der Optimismus gehört nicht an diese Stelle. Ein Mensch kann sich den ganzen Tag lang einreden, dass er kein Problem mit seinem Gewicht hat, dass er gar nicht so übergewichtig ist, aber er wird mit diesem Denken keine Fortschritte machen. Man kann die Wirklichkeit nicht schönreden. Sie ist das Resultat früherer Taten, Gedanken und Gewohnheiten. Nur indem man erkennt, dass man ein Problem hat, kann man es lösen.
Der richtige Zeitpunkt für das positive Denken kommt, während man handelt, oder falls man sich zum Handeln motivieren muss, davor. Und falls man Rückschläge erleidet und ans Aufgeben denkt. Optimismus heißt nicht die Augen zu verschließen und sich einzureden alles wäre in Ordnung.
Wir alle wollen langfristige Ergebnisse. Wir wollen nicht nur für einige Jahre reich, gebildet oder erfolgreich sein. Doch wir verhalten uns manchmal so, als würde uns nur der schnelle Erfolg über Nacht interessieren. Geduldiges und konsequentes Vorgehen schlägt jeden schnellen Erfolg auf Dauer. Dieses Verhalten erinnert auch ein wenig an die Menschen, die sagen: „Ach, hätte ich damals nur XY-Aktien gekauft, dann hätte ich jetzt mein Geld verzehnfacht.“
Doch die Wahrheit ist, dass diese Menschen in den seltensten Fällen die Geduld gehabt hätten diese Aktien bis zum Ende zu halten. Sie hätten in den ersten Wochen verkauft, weil ihnen der schnellere (und kleinere) Erfolg lieber ist. Das Verfolgen eines Ziels wird meistens aufgegeben, weil man keine wirkliche langfristige Vision hat, für die man bereit ist lange zu arbeiten.
“Ich glaube, dass die Ungeduld, mit der man seinem Ziele zueilt, die Klippe ist, an der gerade oft die besten Menschen scheitern.”
Friedrich Hölderlin
Denken Sie an Ihr Endziel, wenn es im Alltag mal nicht rund läuft oder wenn es aussieht als würden Sie keine Fortschritte machen. Es kommt vor, dass man selbst gar nicht realisiert wie sehr man sich steigert und verbessert bis nicht ein anderer Mensch einen darauf aufmerksam macht. Falls man nicht ein Ziel hat, wo man an einer konkreten Zahl ablesen kann wie weit man es noch bis zum Ende hat, dann ist es leicht sich einzureden, man würde gar nicht oder viel zu langsam vorankommen.
Das ist jedoch in den meisten Fällen nicht der Fall. Solange man sich mit seinem Ziel beschäftigt und etwas tut, macht man auch Fortschritte. In einigen Fällen nur kleine, in anderen größere. Doch man bewegt sich konstant auf sein Ziel zu und versucht nicht durch große Sprünge kurzfristig etwas zu bewegen. Das ist als würde man versuchen auf den Balkon seiner Wohnung zu springen (oder über einen nahestehenden Baum darauf zu gelangen). Warum nicht einfach die Treppe nehmen? Es kann schon sein, dass man durch Klettern, Springen oder irgendwie anders auch ins Haus kommt, aber es ist riskanter und die Erfolgsaussichten sind wesentlich geringer.
Viel Erfolg!

Über gn24info

28 Jahre jung selbstständiger Unternehmer . Gründer und Geschäftsführer der W.F International Marketing und GN24
Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s